Bildung

Die meisten Eltern wünschen sich Computer in der Schule

Eltern wünschen sich Computer in der SchuleDie meisten Eltern wünschen sich Computer in der Schule

Deutschland liegt bei der Computernutzung im Unterricht im internationalen Vergleich an letzter Stelle. Diese fehlende Digitalisierung hat sich vor allem durch die Corona-Pandemie und das damit verbundene Homeschooling deutlich bemerkbar gemacht. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab, dass sich 93 Prozent der Eltern den Einsatz digitaler Technologien wie Computer oder Tablets an Schulen als Standard wünschen.

Eltern bewerten den Zustand der Computertechnik an Schulen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“

Das Homeschooling hat gezeigt, dass es große Defizite bei der Digitalisierung an Schulen gibt. Dieser Aussage stimmten 88 Prozent der Eltern in der Bitkom-Umfrage zu. 40 Prozent der Eltern bewerteten den Zustand der Computertechnik als „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“. Dabei ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass ihre Kinder durch die Nutzung des Internets im Unterricht motivierter sind. Acht von zehn Befragten wünschen sich, dass in die technische Ausstattung der Schulen mehr investiert wird. Allerdings ist 76 Prozent der Befragte dabei wichtig, dass dies nicht zu Lasten anderer Investitionen wie beispielsweise die Gebäudesanierung geht. Vor allem in Bezug auf das Homeschooling sehen Eltern aufgrund der mangelnden Digitalisierung an Schulen große Defizite. So benoteten die Eltern die Vorbereitung der Schulen auf einen Lockdown mit der Note 4,6 (mangelhaft). 93 Prozent der befragten Eltern wünschen sich den Einsatz digitaler Technologien als Standard. Lediglich zwei Prozent sind hingegen der Meinung, dass digitale Technologien wie Tablets oder Computer nicht in die Schule gehören.

Vorteile einer digitalen Grundausstattung an Schulen

Die meisten Eltern sehen große Vorteile in der Nutzung von Computern und dem Internet im Unterricht und sind der Meinung, dass diese zu einer erhöhten Motivation ihrer Kinder beiträgt. Etwa die Hälfte der befragten Eltern findet, dass die Zusammenarbeit der Schüler durch eine gute digitale Grundausstattung verbessert wird oder die Kinder dadurch schneller lernen. Die Befragten wünschen sich zudem, dass digitale Themen im Unterricht behandelt werden. Dabei sehen die Befragten vor allem folgende Themen als wichtig an:

  • Datenschutz (73 % der Befragten)
  • Berufliche Chancen in der digitalen Welt (66 % der Befragten)
  • Rechtliche Grundlagen im Internet (46 % der Befragten)
  • Bedienung von Software und Anwendungen (53 % der Befragten)
  • Richtiges Verhalten in Chats und sozialen Netzwerken

Zudem befürwortet weit über die Hälfte der Befragten ein Pflichtfach Informatik ab der fünften Klasse und 67 Prozent sind der Ansicht, dass Englisch ab der ersten Klasse unterrichtet werden sollte.

Lehrer benötigen Fortbildungen im digitalen Bereich

Es ist nicht ausreichend, die Schulen mit technischen Geräten auszustatten. Die Lehrer müssen dementsprechend aus- und weitergebildet werden. 29 Prozent der Eltern vermuten, dass die Lehrer ihrer Kinder dem Einsatz digitaler Medien skeptisch gegenüberstehen oder sogar als kritisch sehen. Somit sind gute Konzepte für den Umgang mit digitalen Technologien unerlässlich. In Zeiten des Homeschoolings wünschen sich Eltern, dass Lehrer besser digital fortgebildet werden und erhoffen sich dadurch, dass ihre Kinder in Form von Videokonferenzen häufiger in Kontakt mit ihren Lehrern und Mitschülern treten können. Durch die Landesregierung wurden Plattformen für den Austausch und digitale Lerninhalte bereitgestellt, welche allerdings von einem Großteil der Lehrer nicht genutzt werden. Eltern wünschen sich daher, dass die Lehrer Fortbildungen erhalten, in denen sie Lernen mit den Plattformen umzugehen, damit das Homeschooling effektiver und optimaler stattfinden kann. Die Kinder könnten so eine direkte Rückmeldung zu ihren gemachten Aufgaben erhalten. Die Kommunikation verläuft derzeit überwiegend per Mail, wohingegen Chats für eine direktere Kommunikation sorgen würden. Zudem hätten sie für wenigstens ein bis zwei Stunden am Tag während der Videokonferenz wieder eine feste Tagesstruktur, welche durch das Lernen zu Hause bei vielen weitestgehend verloren gegangen ist.

Die Vorsitzenden des Landeselternbeirates fordern zudem, dass die Schulträger den Schülern Tablets oder Laptops leihweise zur Verfügung stellen, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Haushalt technisch so gut ausgestattet ist.