In Sportverbänden sind mehrere Sportvereine zusammengeschlossen. Diese Verbände engagieren sich für den Sport, organisieren Wettkämpfe und bilden Trainer aus. Sie haben jedoch noch weitere Aufgaben und tragen eine hohe Verantwortung für die Gesundheit von Menschen, die sportlich aktiv sind.
Immer mehr Sportverbände setzen daher verstärkt auf Gesundheitsaufklärung. Dabei geht es auch darum, einen gesunden, aktiven Lebensstil mit viel Bewegung zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
Gesundheitsförderung durch Sportverbände
Sportvereine sind nicht nur Orte zum Trainieren und zum Austragen von Wettkämpfen. Sie fördern die Gemeinschaft und den Zusammenhalt und begleiten Menschen oft über lange Abschnitte ihres Lebens. Umso wichtiger ist es, auf die Gesundheitsförderung zu achten. Sportverbände als Zusammenschlüsse von verschiedenen Sportvereinen haben bereits Initiativen und Programme zur Gesundheitsaufklärung ins Leben gerufen.
Für mehr Bewegung und Prävention in Deutschland haben das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Bereits seit Jahren arbeiten diese drei Partner zusammen.
Kernthema der Kooperationsvereinbarung ist die Gesundheitsförderung durch Bewegung im Alltag und Breitensport. Auch die Suchtprävention ist ein wichtiges Thema. Teil der Suchtprävention ist die Initiative „Kinder stark machen“. Das Aktionsbündnis „Alkoholfrei Sport genießen“ ist eine weitere Maßnahme zur Gesundheitsförderung.
Verschiedene Sportverbände setzen auch außerhalb der Kooperationsvereinbarung auf Gesundheitsaufklärung.
Ein Beispiel dafür ist die Kooperation zwischen dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, dem Deutschen Turner-Bund (DTB) und der Deutschen Turnjugend (DTJ), die sich bereits seit 1994 gemeinsam für Suchtprävention und gesundes Älterwerden einsetzen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für die Bewegungsförderung zugunsten der Gesundheit einen Leitfaden für Sportvereine, Vorstände und Entscheidungsträger herausgebracht. Darin geht es um die Gesundheitsförderung, die im Mittelpunkt des Sportlebens stehen sollte.
Nicht automatisch führt die Teilnahme am Sport zu einer besseren Gesundheit. Ungesunde Sponsorenverhältnisse, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verletzungen können die positiven Auswirkungen von Sport auf die Gesundheit beeinträchtigen. Um das zu vermeiden, kommt es auf Gesundheitsaufklärung an.
Auch Unternehmenspartnerschaften greifen das Thema Gesundheit im Sport auf. Auf allen Ebenen des organisierten Sports spielen seit Jahren Partnerschaften mit gesetzlichen Krankenkassen eine wichtige Rolle für die Gesundheitsförderung, etwa durch gemeinsame Präventionsangebote in Sportvereinen. So ist die AOK bei zahlreichen Vereinen und Landesverbänden – etwa im Handball oder Fußball – als „Gesundheitspartner“ aktiv und unterstützt dort unter anderem Aktionstage zu Ernährung und Bewegung für Kinder und Jugendliche. Die Techniker Krankenkasse wiederum ist seit 2017 Gesundheitspartnerin des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) und klärt dort gemeinsam mit Vereinen über gesundheitsbewusstes Verhalten im Sport auf. Ein drittes Beispiel ist die Kooperation des Deutschen Handballbunds (DHB) – nach eigenen Angaben der größte Handballverband der Welt – mit dem Gesundheitsunternehmen TENA, die unter anderem Aufklärung zu gesundheitsbezogenen Tabuthemen wie Blasenschwäche im Sport umfasst.

Förderung der Gesundheit in verschiedenen Bereichen
Der DOSB ist in verschiedenen Bereichen mit der Gesundheitsaufklärung aktiv. Die Gesundheit von Menschen soll durch Bewegung, aber auch im Umwelt- und Klimaschutz, durch Bildungsmaßnahmen sowie durch Integration und Inklusion gefördert werden.
Der Verband ist auf verschiedenen Ebenen wie bei der Aus- und Weiterbildung von Trainern, der Vergabe von Trainerlizenzen und über die Politik aktiv.
Um die Menschen zu erreichen und sie aufzuklären, arbeitet der DOSB mit verschiedenen Netzwerkpartnern zusammen. Zur Gesundheitsförderung gehört auch die krankheitsassoziierte Präventionsarbeit. Gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Sporthochschule Köln hat der DOSB die „Bewegung gegen Krebs“ initiiert. Präventionsarbeit leistet er auch bei Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.
Die Rolle von Sportvereinen bei der Gesundheitsförderung
Im Rahmen der Gesundheitsförderung hat die WHO die Arbeitsgruppe „Bewegungs- und Gesundheitsförderung in Sportvereinen“ ins Leben gerufen. Aus ihr ist das HEPA-Europa-Netzwerk hervorgegangen, in dem Organisationen und Institutionen zusammengeschlossen sind, die mit der Bewegungsförderung einen Beitrag zur Gesundheit leisten.
Eine wichtige Aufgabe der Sportvereine ist die Förderung der körperlichen Aktivität und die positive Beeinflussung des Lebensstils von Kindern, Familien und Gemeinden. Sportvereine können dazu beitragen, gesündere Generationen heranzuziehen.
Die WHO empfiehlt ein wöchentliches Mindestmaß von 150 Minuten moderater körperlicher Bewegung. Sie will damit bis 2050 das Auftreten von 11,5 Millionen neuen Fällen nicht übertragbarer Erkrankungen vermeiden. Dazu gehören 3,8 Millionen Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie über 400.000 Fälle von Krebs.
Die Steigerung der körperlichen Bewegung hat auch wirtschaftliche Vorteile, die von der WHO auf jährlich ungefähr 8 Milliarden Euro geschätzt werden. Die WHO setzt auf gesundheitsfördernde Sportvereine, um die Gesundheit ganzheitlich zu fördern.

Sportvereine als gesundheitsfördernde Lebenswelten
Sportvereine können einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsaufklärung leisten und sind gesundheitsfördernde Lebenswelten. Unterstützung erhalten sie durch Sportverbände, aber auch durch die WHO, Kommunen oder auch Krankenkassen.
Gesundheitsfördernde Sportvereine bauen Sportler auf und stärken die Verbindung innerhalb der Gemeinschaft. Sie fördern Integration, Inklusion und gesündere Entscheidungen. Solche Sportvereine integrieren die Gesundheitsförderung in ihrer Satzung sowie ihren Aktivitäten und Strategien.
Es kommt nicht nur auf Fitness und Leistung, sondern auf die Gesundheit als wichtiger Bestandteil der täglichen Praxis an.
Sportvereine, die sich für die Gesundheitsförderung engagieren, arbeiten mit externen Partnern wie Gesundheitsfachkräften und Kommunen zusammen. Sie binden alle Mitglieder in ihre Entscheidungsprozesse ein, darunter auch Sportler und die Eltern von minderjährigen Mitgliedern.
Solche gesundheitsfördernden Sportvereine beschäftigen sich mit Bewegung, aber auch mit anderen gesundheitsbezogenen Themen wie Verletzungsprävention, psychische Gesundheit, Ernährung, Nachhaltigkeit und Integration. Die Gesundheitsförderung ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess.
Praktische Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung
Mit der Unterstützung durch Sportverbände können Vereine auf verschiedene Weise die Gesundheit fördern. Mit Organisation und Qualifizierung können die Vereine ihre Position stärken und neue Zielgruppen gewinnen.
Bildung und Aufklärung sind wichtige Möglichkeiten von Vereinen, um eine breite Masse zu erreichen und zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren. Vereine können Workshops und Vorträge zu gesundheitsrelevanten Themen organisieren.
Spezielle Kurse mit qualifizierten Übungsleitern können auf spezielle gesundheitliche Bedürfnisse oder bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sein. Die qualifizierten Übungsleiter achten auf eine korrekte Ausführung der Übungen und können auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen. In den Kursen kann die Gruppendynamik motivierend wirken.
Sportvereine können Menschen aller Altersgruppen ansprechen. Das gelingt mit einer breiten Palette an Sportangeboten, darunter auch Rehasport oder Funktionsgymnastik, um verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden entgegenzuwirken.
Damit zeigt sich: Sportvereine sind weit mehr als Trainingsorte – mit der Unterstützung von Sportverbänden, WHO und Kommunen können sie zu tragenden Säulen der Gesundheitsförderung in Deutschland werden.




