Wirtschaft

Welche Jobs sind in Deutschland noch gefragt?

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In Deutschland ist das Stellenangebot gegenwärtig auf ein Fünf-Jahres-Tief gefallen. Im zweiten Quartal 2026 ging es um 3,9 Prozent zurück. Das Jobportal Indeed untersuchte 38 Berufsgruppen und stellte nur bei sechs Berufsgruppen einen Zuwachs fest. Eine der wichtigsten Ursachen dafür ist die zunehmende Digitalisierung, verbunden mit Künstlicher Intelligenz. Menschliche Kernkompetenzen bleiben jedoch unersetzlich.

Starker Rückgang beim Stellenangebot 2026

Mit einem Rückgang von 3,9 Prozent im zweiten Quartal 2026 liegt das Stellenangebot in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit über fünf Jahren, wie ein Arbeitsmarkt-Update des Jobportals zeigt. Lediglich bei sechs der 38 untersuchten Berufsgruppen ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Davon stammen drei dieser Berufsgruppen aus dem Gesundheitssektor.

Noch stärker war der Rückgang im ersten Quartal 2026 mit 4,5 Prozent. Eine ähnliche Größenordnung wurde mit 3,6 Prozent im zweiten Quartal 2025 festgestellt. Verglichen mit dem Frühjahr 2022, wo das Stellenangebot seinen Höchststand erreicht hatte, gab es im zweiten Quartal 39 Prozent weniger Stellen.

Starker Rückgang beim Stellenangebot 2026
Mit einem Rückgang von 3,9 Prozent im zweiten Quartal 2026 liegt das Stellenangebot in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit über fünf Jahren, wie ein Arbeitsmarkt-Update des Jobportals zeigt – Bild: ©Studio Romantic #379289426 – stock.adobe.com

Ursachen für den starken Rückgang

Die eingetrübten Konjunkturaussichten nennt Indeed als eine Hauptursache für den Rückgang bei den Stellenangeboten. Der Irankrieg führte zu einem Anstieg der Energiepreise. Eine vorsichtige wirtschaftliche Erholung wurde dadurch in Deutschland verhindert.

Die Prognose der Bundesregierung für das Bruttoinlandsprodukt für 2026 wurde im April von 1,0 auf 0,5 Prozent korrigiert.

Die exportierende deutsche Industrie wird durch unterbrochene Handelswege und eine gestiegene Inflation zusätzlich belastet. Die leichten Erholungstendenzen laut DIW-Konjunkturbarometer blieben deutlich unter dem Niveau von Anfang 2026.

Geringeres Wachstum bei den Reallöhnen

Ein Rückgang zeigt sich auch bei den Reallöhnen. Der Gehaltstracker ergab beim Nominallohnwachstum zwischen März und Juni 2026 eine Abnahme von 3,4 auf 2,8 Prozent. Das Reallohnplus lag nur bei 0,2 bis 0,4 Prozent und war angesichts der Inflationsrate von bis zu 2,9 Prozent im April 2026 nur minimal.

Das reale Lohnwachstum lag im Februar 2026 noch bei 1,7 Prozent. Im Juni war im Euroraum ein Rückgang auf minus 0,3 Prozent zu verzeichnen. Bei einer Inflation von 2,8 Prozent in Deutschland lag das Nominallohnwachstum bei 2,5 Prozent.

Erwartet werden nur geringe Reallohngewinne in den kommenden Monaten, wenn eine Inflation von 2,9 Prozent prognostiziert wird.

Geringeres Wachstum bei den Reallöhnen
Geringeres Wachstum bei den Reallöhnen – Bild: ©Vitalii #555354578 – stock.adobe.com

Merkmale, die einen Beruf zukunftssicher machen

In den meisten Berufen zählt das Zusammentreffen von menschlicher Intelligenz und menschlichen Kompetenzen mit technologischen Fortschritten. Die Digitalisierung, die Klimakrise und der demografische Wandel führen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt.

Wichtige Kriterien für die Zukunftssicherheit eines Berufs sind:

  • Anpassungsfähigkeit an die Veränderungen, insbesondere an die neuen Technologien
  • Gesellschaftliche Relevanz, um einen langfristigen Grundbedarf zu erfüllen
  • KI-Resistenz mit menschlichen Fähigkeiten, die nicht automatisierbar sind
  • Spezialisierung mit vertieften Fachkenntnissen in Nischenbereichen
  • Interdisziplinarität als Kombination von verschiedenen Fachgebieten

Menschliche Kernkompetenzen wie kreatives Denken, Empathie und ethisches Urteilsvermögen können durch KI und andere neue Technologien nicht ersetzt werden. Es kommt jedoch darauf an, diese Kompetenzen mit technologischem Know-how zu verbinden.

Für die Zukunftssicherheit kommt es auf geringe Automatisierbarkeit der Fähigkeiten und Fertigkeiten, Unabhängigkeit von der demografischen Entwicklung und starkes Wachstum durch technologische Ergänzung an.

Stabilität bei den Sommer- und Ferienjobs

Bei den Sommer- und Ferienjobs blieb das Stellenangebot im Juni 2026 auf dem Niveau des Vorjahresmonats – während das Gesamtstellenangebot im selben Zeitraum um mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. In den Jahren zuvor war bei den Sommerjobs ein allgemeiner Abwärtstrend zu verzeichnen.

Stellen in Produktion und Fertigung hatten im Juni 2026 mit 17,7 Prozent den höchsten Anteil an den Sommerjobs.

Darauf folgen mit 15,4 Prozent die Jobs im Verkauf. Jobs mit Kindern und Betreuung hatten einen Anteil von 14,1 Prozent. Der Anteil von Lager, Versand und Logistik lag bei 10,5 Prozent. Bürotätigkeiten waren als Sommerjobs kaum gefragt, denn sie hatten nur einen Anteil von 2,3 Prozent. Das Angebot an Sommerjobs liegt jedoch unter dem Niveau von 2023 und 2024.

Größere Nachfrage im Gesundheitssektor

Im Gesundheitssektor ist im zweiten Quartal 2026 ein anderer Trend zu verzeichnen. Die Zahnmedizin war mit am meisten gefragt, mit einem Anstieg von 25,3 Prozent. Die Nachfrage nach Zahnärzten stieg sogar um 28,2 Prozent, während zahnmedizinische Fachangestellte und Assistenzen auf einen Anstieg von 26,1 Prozent kommen. Das Angebot an Ausbildungsplätzen stieg um 29 Prozent.

Das Stellenangebot im Bereich Therapie nahm um 3,6 Prozent zu. Bei Physiotherapeuten war es sogar ein Plus von 11,5 Prozent. Ergotherapeuten kamen auf einen Anstieg von 7,9 Prozent.

Auch in der Medizintechnik verbesserte sich die Situation, mit einer Zunahme von 3,6 Prozent. Operationstechnische Assistenten waren mit einem Plus von 23,6 Prozent in diesem Bereich am meisten gefragt. Auch Augenoptiker kamen auf eine Verbesserung, mit 21,7 Prozent. Bei den Rettungssanitätern stieg die Nachfrage um 19,2 Prozent.