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Arbeiten unterwegs: Sicherheitsrisiken im Hotel, Zug oder Café

Sicherheitsrisiken beim Arbeiten unterwegsArbeiten unterwegs: Sicherheitsrisiken im Hotel, Zug oder Café - Bild: ©DusanJelicic #552443962 – stock.adobe.com

Das Internet und das digitale Zeitalter machen es möglich, dass Menschen unterwegs arbeiten. Sie nutzen Notebooks oder Tablets, um im Internet zu surfen, mit Kunden und Geschäftspartnern zu kommunizieren und ihre Aufgaben zu erledigen. Im Hotel, Zug oder auch im Café steht WLAN zur Verfügung. Nicht zu unterschätzen sind jedoch die Sicherheitsrisiken.

Gefahr durch unverschlüsseltes WLAN

Öffentliches WLAN erleichtert den Internetzugang und ermöglicht das Arbeiten unterwegs, doch birgt es auch Sicherheitsrisiken. Das öffentliche WLAN kann von Kriminellen missbraucht werden. Problematisch ist dies meist, da nicht überprüft werden kann, wer das Netzwerk betreibt und ob es vertrauenswürdig ist. Angreifer können Netzwerke nachahmen und Daten abfangen, indem sie einen Namen benutzen, der fast identisch mit dem legitimen Netzwerk ist.

Hacker können die Hotel-WLAN-Infrastruktur manipulieren und Zugangsdaten abgreifen.

Sie nutzen Captive Portals als Vorschaltseiten, die automatisch im Browser erscheinen, wenn eine Verbindung mit dem Hotel-WLAN zustande kommt. Nutzungsbedingungen müssen bestätigt werden, damit Zugriff auf das Internet erfolgen kann.

Solche manipulierten Vorschaltseiten können dazu missbraucht werden Nutzer auf schädliche Webseiten umzuleiten oder Zugangsdaten abzugreifen. Die Kriminellen können so an sensible Daten der Nutzer gelangen.

Gefahr durch unverschlüsseltes WLAN
Öffentliches WLAN erleichtert den Internetzugang und ermöglicht das Arbeiten unterwegs, doch birgt es auch Sicherheitsrisiken – Bild: ©Aris Suwanmalee #145957208 – stock.adobe.com

Mehr Sicherheit unterwegs im WLAN

Wer unterwegs mit einem mobilen Gerät arbeiten möchte, sollte möglichst auf öffentliches WLAN verzichten. Als persönlicher WLAN-Hotspot kann stattdessen das Smartphone dienen. Die Internetverbindung des Smartphones wird für andere Geräte freigegeben. Das ist auch im EU-Ausland möglich.

Ist ein Verzicht auf öffentliches WLAN nicht möglich, sollte eine VPN-Verbindung genutzt werden. Die dahinterliegende Technik leitet den gesamten Datenverkehr verschlüsselt über einen sicheren Server ins Netz. Privatnutzer können einen namhaften VPN-Dienst auswählen. Wer dienstlich unterwegs ist, kann das vom Unternehmen bereitgestellte VPN verwenden.

In Hotels kann ein VPN zunächst nicht funktionieren, wenn der Internetzugang eine Bestätigung über eine Vorschaltseite erfordert. In diesem Fall sollte man zuerst das WLAN anmelden und danach die VPN-Verbindung aktivieren. Bei Downloads oder der Eingabe sensibler Daten ist es besonders wichtig, auf eine sichere Verbindung zu achten.  Sollte es tatsächlich zu einem Angriff kommen, kann die digitale Forensik helfen, bei der digitale Spuren analysiert und gesichert werden..

VPN Verbindung unterwegs nutzen
Ist ein Verzicht auf öffentliches WLAN nicht möglich, sollte eine VPN-Verbindung genutzt werden – Bild: ©Francisco #2118942897 – stock.adobe.com

Sichtbarkeit des Geräts für andere Nutzer im eigenen WLAN-Netzwerk

Wer einen öffentlichen WLAN-Hotspot nutzt, läuft Gefahr, dass sein Gerät auch für andere Benutzer im gleichen Netzwerk sichtbar ist. Die anderen Benutzer können abhängig von der Konfiguration des Hotspots auf Daten zugreifen, die auf dem mobilen Gerät gespeichert sind.

Vor der Einwahl in Hotspots sollte die aktive Datei- und Verzeichnisfreigabe abgeschaltet werden. Die Geräte speichern zumeist die Netzwerke, mit denen sie irgendwann verbunden waren. Sofern das WLAN-Modul aktiviert ist, kann sofort wieder eine Verbindung hergestellt werden.

Wird das WLAN nicht benötigt, sollte es ausgeschaltet werden. Gespeicherte Netzwerke sollten gelöscht werden. Namen von WLANs können frei gewählt werden. Das können Kriminelle für sich ausnutzen.

Gefahr durch öffentliche Computer und USB-Ladestellen

In Hotels oder Internetcafés stehen mitunter öffentliche Computer zur Verfügung. Über deren Sicherheit ist nichts bekannt. Daher sollten sie nicht für vertrauliche Arbeiten wie Online-Banking, sensible Dokumente oder geschäftliche E-Mails genutzt werden.

Öffentliche USB-Ladestellen oder fremde Ladekabel werden ebenfalls in Hotels bereitgestellt.

Mitunter kann nicht nur Strom übertragen werden, sondern auch Daten können dadurch in die falschen Hände gelangen.

Besser ist eine Powerbank zum Aufladen der eigenen Geräte. Alternativ kann auch ein eigenes Netzteil an einer normalen Steckdose verwendet werden, da über das Stromnetz keine Daten übertragen werden können.

Geschäftliche Geräte sollten niemals an fremde Systeme angeschlossen werden. Das Laden sollte unterwegs nur mit eigenem Zubehör erfolgen.

Weitere Sicherheitsrisiken unterwegs

Nicht nur ungeschütztes WLAN stellt eine Gefahr dar, da Passwörter ausgelesen und sensible Informationen ausgespäht werden können. Es gibt noch weitere Gefahren unterwegs.
Dort, wo sich viele Menschen befinden, beispielsweise im Café, in der Hotellobby oder im Zug, können andere Personen dem Nutzer von Laptop oder Tablet über die Schulter auf den Bildschirm schauen. Beim Shoulder Surfing können vertrauliche Informationen abgeschöpft werden. Das lässt sich vermeiden, indem Bereiche, in denen sich viele Menschen aufhalten, für vertrauliche Arbeiten gemieden werden. Zusätzlich kann eine Sichtschutzfolie den Bildschirm vor neugierigen Blicken schützen, falls belebte Orte nicht vermieden werden können.

Über gefälschte QR-Codes in Hotels oder Cafés kann Schadsoftware auf das mobile Gerät geschleust werden. Solche Schadsoftware kann vertrauliche Informationen ausspähen, Dateien manipulieren oder weitere Schäden am Gerät verursachen. Unbekannte QR-Codes sollten daher nicht gescannt werden.

Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann dazu führen, dass ein Gerät verlorengeht oder gestohlen wird. Das ist oftmals ein Sicherheitsvorfall und sollte umgehend gemeldet werden. Ist das Gerät nicht ausreichend geschützt, können Unbefugte schnell an sensible Daten gelangen.

Abhängig vom Ziel der Reise können zusätzliche Risiken durch staatliche Überwachung, Kontrollen oder gezielte Cyberangriffe auftreten. In manchen Ländern verfügen die Behörden über umfassende Befugnisse zur Kontrolle elektronischer Geräte. Reisende sollten sich vor einer Geschäftsreise über die jeweiligen rechtlichen und sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen informieren.

Es ist ratsam, dass Reisende sich bereits bei der Reiseplanung darauf beschränken, vorab nur wenige Details zu ihren Reiseplänen, Terminen und Aufenthaltsorten in sozialen Netzwerken zu teilen. Dies trifft vor allem auch auf berufliche Netzwerke wie LinkedIn und Geschäftsreisen zu. Solche Informationen können zum Beispiel für zielgerichtete Social-Engineering- oder Phishing-Attacken verwendet werden.