Baseball wird auch außerhalb der USA immer beliebter – Südkorea und die Karibik, doch was ist mit Deutschland? Wird auch uns der Sport bald in der Mitte der Gesellschaft erreichen? Wir zeigen, was dran ist am Baseball-Hype, erklären die Regeln und geben Tipps zum perfekten Schlag.
Inhaltsverzeichnis
Woher kommt Baseball?
Baseball, eine der bekanntesten Sportarten weltweit, gehört zur Kategorie der Schlagballsportarten. Bereits im Alten Ägypten gibt es Hinweise auf ein rituelles Spiel mit Schläger und Ball: Ein Tempelrelief aus der Zeit um 1460 v. Chr. zeigt der Pharao Thutmosis III. beim „seker-hemat“, dem „Schlagen des Balls“. Eine direkte Verbindung zum heutigen Baseball lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Der Begriff „base ball“ erscheint im 18. Jahrhundert in England, erstmals 1744 in einem Kinderbuch. Das darin beschriebene Spiel hatte jedoch nur wenig mit dem heutigen Baseball zu tun.
Im 19. Jahrhundert entstand in den USA das moderne Spiel. Ein paar Jahre später wurden im ganzen Land zahlreiche Clubs gegründet und durch Soldaten des Bürgerkrieges verbreitete sich der Sport in allen gesellschaftlichen Schichten. Der Knickerbocker Base Ball Club aus New York war besonders einflussreich: Er war zwar nicht der erste Verein, aber 1845 stellte er ein Regelwerk auf, das als Grundlage des modernen Spiels gilt. Ein paar Jahre später wurden im ganzen Land zahlreiche Clubs gegründet und durch Soldaten des Bürgerkrieges verbreitete sich der Sport in allen gesellschaftlichen Schichten.
Im Jahr 1901 kam die American League als zweite Profiliga neben der bereits 1876 gegründeten National League hinzu. Beide stellen bis heute die Major League Baseball (MLB) dar, seit dem Jahr 2000 auch rechtlich als gemeinsame Organisation.
In den folgenden Jahren wuchs Baseball zur beliebtesten Sportart der USA heran – allerdings unter strenger Rassentrennung. Obwohl es nie ein schriftliches Verbot gab, hielten stillschweigende Absprachen der Klubbesitzer schwarze Spieler jahrzehntelang von den Major Leagues fern. Jackie Robinson überschritt 1947 bei den Brooklyn Dodgers diese Grenze; die Boston Red Sox waren 1959 als letztes Team, das einen schwarzen Spieler einsetzte. Seitdem ist auch der Einfluss lateinamerikanischer Spieler stark. Über das Fernsehen verbreitete sich Baseball in der ganzen Welt und ist mehreren Ländern der beliebteste Sport. In den USA hat American Football den Baseball bereits im Jahr 1972 als beliebtesten Sport überholt.

Wie funktioniert Baseball?
Das liegt vor allem am interessanten Spielsystem. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Dabei besteht jedes Team aus neun Spielern. Gewinner ist, wer mehr Punkte erzielt als das gegnerische Team. Punkte bekommt man, wenn ein Spieler alle Bases einmal umrundet. Um frei über die Bases rennen zu können, muss der Schlagmann (Batter) den Ball des Pitchers treffen und auf das Feld befördern. Jetzt hat er die Chance, eine Base nach der anderen einzunehmen. Das sind Markierungen auf dem Spielfeld, die er als Stationen erreichen muss. Kommt er nach den drei Bases auf dem Spielfeld wieder an seiner Home-Base an, erzielt er einen Punkt.
Die gegnerische Mannschaft hat verschiedene Möglichkeiten, das zu verhindern. Sie kann den Ball des Batters in der Luft fangen. Zudem lässt sich die nächste Base, auf die sich der laufende Schlagmann zubewegt, mit dem Ball berühren. Genauso kann der Gegenspieler, während er gerade nicht in einer Base ist, vom Gegner mit dem Ball in der Hand attackiert werden – auch dann ist er out, muss zurück zur Base und hat keinen Punkt erzielt.
Genauso gibt es keinen Punkt, wenn der Ball vom Schlagmann nicht getroffen wird. Er hat pro Schlagdurchgang drei Versuche: Nach drei Strikes ist er raus. Auf der anderen Seite bedeutet ein Ball, der aus dem Stadion geschlagen wird, einen Homerun. Hier darf der Batter alle drei Bases passieren und im Anschluss wieder in der Home-Base einkehren – ein beispielloser Punkt und ein grandioses Ereignis in jedem Baseballstadion.

Baseball in aller Welt – Faszination in Deutschland?
Dieses Prinzip hat sich mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet. In Ostasien etablierte sich Baseball bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg: In Japan führte der US-Lehrer Horace Wilson 1872 das Spiel an einer Tokioter Schule ein, auf den Philippinen spielten US-Soldaten ab 1898, und in Korea gilt der Missionar Philip Gillett mit seinem YMCA-Team ab 1905 als bedeutender Pionier. Auch internationale Begegnungen fanden früh statt, wie etwa 1905 mit der USA-Tour des Teams der Waseda-Universität in Tokio. Baseball war von 1992 bis 2008 und erneut 2020 in Tokio als Medaillensport Olympisch. Es wird 2028 in Los Angeles wieder ins Programm aufgenommen.
In Japan spannt die Nippon Professional Baseball League regelmäßig Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme und in die Stadien. Dort ist Baseball mittlerweile so etwas wie der Nationalsport. Auch im kulturell ähnlichen Südkorea erfreut sich Baseball Zuschauern aller Schichten und Altersklassen – hier ist die (KBO) Korea Baseball Organization hochprofessionell organisiert und erfolgreich.
Doch wie sieht es in Deutschland aus? Hierzulande ist der Sport eher eine Nischensportart als ein Nationalphänomen. Mit rund 24.000 Mitgliedern (Stand 1. Januar 2025, inklusive Softball) liegt der Deutsche Baseball und Softball Verband knapp hinter dem Eishockey-Verband, der etwa 26.000 Mitglieder zählt. Zur Einordnung: Der Deutsche Fußball-Bund hat etwa acht Millionen Mitglieder. Eine eigene Baseball-Bundesliga existiert seit den 80er Jahren, die seit 2025 den Namen Deutsche Baseball Liga (DBL) trägt. Die Heidenheim Heideköpfe und die Bonn Capitals gehören zu den erfolgreichsten Teams der letzten Jahre; traditionell stark sind auch die Regensburg Legionäre, während die Mannheim Tornados die Rekordmeister sind. Der Sport wird immer populärer, insbesondere bei Kindern, aber er hat noch lange nicht die Mitte der Gesellschaft erreicht.
Tipps zum perfekten Schlag – Baseball-Tipps
Wer sich doch mal im Baseball versuchen möchte, kann sich mit einigen Tipps den perfekten Treffer sichern. Dafür ist wie so oft die richtige Körperhaltung entscheidend. Die Füße stehen etwa hüftbreit mit dem Schwerpunkt auf den Fußballen.
Die Knie sind leicht gebeugt, um die perfekte Flexibilität und Rotation beim Schlag zu ermöglichen.
Der Schläger wird senkrecht in die Höhe gehalten, wobei der hintere Ellenbogen etwa auf Höhe der Schultern oder leicht darüber liegt. Der Blick zeigt gerade auf den Ball: Nun gilt es, den richtigen Schwung mitzunehmen. Dazu drückt man nicht nur die Arme auf den Ball, sondern den ganzen Körper. Das beginnt mit der explosiven Drehung der Hüfte, die beide Arme und Hände nachzieht. Ellenbogen sollten gebeugt und so nah wie möglich am Körper behalten werden. Umso schneller die Drehung, umso schneller auch die Geschwindigkeit des Schlages und damit die Kraft, mit der der Ball auf oder über das Spielfeld befördert wird. Nun gilt es so schnell wie möglich loszurennen.
Fazit
Baseball ist eine interessante Team-Sportart mit langer US-amerikanischer Tradition. Wohingegen er in Teilen Asiens und Lateinamerikas als Nationalsport gilt, erfreut er sich hierzulande hauptsächlich Bekanntheit als Nischensport bei Kindern. Dabei steht der Spielspaß allen offen die sich in neuen kreativen Sportarten versuchen wollen.




