Natur

Der Vogel des Jahres – Das Rotkehlchen

RotkehlchenDer Vogel des Jahres – Das Rotkehlchen

2021 ernannten der NABU das Rotkehlchen zum Vogel des Jahres. Damit gewann es vor der Rauchschwalbe und dem Kiebitz zum zweiten Mal den Titel. Und das nicht grundlos, denn das Rotkehlchen ist eines der bekanntesten und beliebtesten Vögel Deutschlands.

Lebensweise des Rotkehlchens

Familiär gesehen gehört das Rotkehlchen zur Familie der Sperlingsvögel. Die meisten kennen es aufgrund seiner markanten Rotfärbung der Brust, die sich vom blaugrauen Bauch abhebt. Das Rotkehlchen lebt in Europa, Nordafrika und Asien, wovon nur die Rotkehlchen im Norden Europas im Winter in den Süden fliegen. Dann verbringen sie die Winter im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Inzwischen lebt es auch in Parks, Gärten und auf Friedhöfen, obwohl es eigentlich vor allem in Waldgebieten lebt.

Es bewohnt dabei vor allem die Hecken und Büsche in Bodennähe, wo es auch nistet. Dabei sucht es den Schutz in dichten Hecken. Es brütet zweimal im Jahr, während das Männchen die Mutter mit Insekten versorgt. Zweimal im Jahr ziehen sie zusammen fünf bis sieben Junge auf, die nach zwei Wochen flügge werden.

Rotkehlchen leben in der Brutzeit mit einem Partner zusammen und sind in dieser Zeit monogam. Außerhalb der Brutzeit zeigen sie als Einzelgänger Territorialverhalten. Sie fressen vor allem Käfer, Würmer, Spinnentiere, Schnecken und Larven und werden in der freien Wildbahn etwa fünf Jahre alt.

Lebensweise des Rotkehlchens
Familiär gesehen gehört das Rotkehlchen zur Familie der Sperlingsvögel

Vogel des Jahres – Die Kampagne

Seit 1971 wird jedes Jahr vom NABU der Vogel des Jahres gewählt. Dadurch soll auf die Gefährdung von Vögeln in Deutschland aufmerksam gemacht werden und über das Vogelsterben aufgeklärt werden.

Dabei werden die Tiere nach der Gefährdung ihrer Art oder ihres Lebensraumes durch den Menschen ausgewählt, sodass es auch vorkommen kann, dass mehrmals hintereinander derselbe Vogel gewinnt. Mehrfachsieger waren dabei der Weißstorch (1984, 1994), Eisvogel (1973, 2009), Feldlerche (1998,2019) und das Rotkehlchen (1992, 2021). Zum Jubiläum im Jahr 2020 wurde beschlossen, 2021 erstmals die Bürger mitbestimmen zu lassen. Ab 2022 sollen die Bürger dauerhaft den Vogel des Jahres öffentlich wählen dürfen.

Vogelsterben in Deutschland

Inzwischen gibt es 36 Prozent weniger Feldlerchen als 1980. Aus diesem Grund kennen viele Menschen diese und weitere Vogelarten kaum noch, da das Vogelsterben immer größere Ausmaße annimmt.

Insgesamt hat die Population seit 1980 europaweit um 56 Prozent abgenommen.

Dafür wurden Daten von 1980 bis 2016 ausgewertet. Darunter befinden sich Arten wie der Star, Feldlerche oder Goldammer. Grund sind weniger das Sterben von erwachsenen Vögeln, sondern das immer weniger Jungvögel großgezogen werden. Das liegt daran, dass die Vögel immer weniger geeignete Brutplätze finden. Grund dafür sind vor allem immer intensivere Bebauung von Naturplätzen und die gesteigerte Landwirtschaft. Durch den Einsatz von Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln sterben die Insekten, wodurch die Vögel zu wenig Futter finden. Aus diesem Grund können sich die Vögel oft grade mal selbst ernähren und haben keine Kapazitäten mehr für ihren Nachwuchs. Studien zeigen, dass der Anteil der Insekten inzwischen um bis zu 80 Prozent abgenommen hat, was nicht nur Auswirkungen auf die Vögel hat.

Durch die Landwirtschaft fehlt es auch an geeigneten Lebensräumen, da Wälder dafür gefällt werden. Die Ackerflächen werden immer größer und dadurch der Lebensraum immer kleiner.

Was Sie tun können

Wenn Sie den Vögeln helfen möchten, können Sie selber einiges tun. Halten Sie Ihren Garten natürlich und pflanzen Sie insektenfreundliche Blumen. Wo viele Insekten sind, sind in der Regel auch viele Vögel.

Bieten Sie den Vögeln Nist- und Brutmöglichkeiten, damit die Vögel in Ruhe ihre Jungen großziehen können. Bei Bedarf können Sie auch zufüttern, indem Sie den Vögeln Körner und getrocknete Insekten anbieten.